CO2-Emissionen auf Rekordniveau gestiegen

>> May 25, 2012

 

Die weltweiten Emissionen von Kohlendioxid (CO2) haben 2011 ein neues Rekordhoch erreicht. Nach ersten Schätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA), die diese am Donnerstag in Paris verbreitete, stiegen die als klimaschädlich geltenden CO2-Emissionen im vergangen Jahr um 3,2 Prozent auf 31,6 Gigatonnen. Den größten Anteil daran habe das durch Verbrennen von Kohle (45 Prozent) freigesetzte Kohlendioxid gehabt, vor Öl (35 Prozent) und Gas (20 Prozent). Während die Emissionen in den Schwellenländern stark stiegen, gingen sie in Amerika und der EU leicht zurück.

Das in der Erdatmosphäre gespeicherte CO2 erschwert die Abstrahlung der Sonnenenergie ins Weltall und führt damit zu einer Erwärmung der Erdatmosphäre. Es ist das politische Ziel der Weltgemeinschaft, den Anstieg der Temperatur gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter auf höchstens 2 Grad zu begrenzen. Das Ziel scheint nach den neuen Daten der IEA nicht mehr erreichbar zu sein. Denn es würde voraussetzen, dass der Gipfel der globalen Emissionen die Marke von 32,6 Gigatonnen nicht überschreitet und dass es zu einer Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch kommt. Beides legen die Daten von 2011 nicht nahe. Die neuen Zahlen belegten aufs Neue, dass sich die Tür zum Erreichen des Zwei-Grad-Ziels weiter schließe, sagte der Chefökonom der IEA, Fatih Birol.

China, das 2010 Amerika als weltgrößten Emittenten von Klimagasen abgelöst hatte, habe auch 2011 seine Emissionen deutlich ausgeweitet. Sie stiegen um 9,3 Prozent oder 720 Millionen Tonnen – das chinesische Plus entspricht damit etwa den letztjährigen deutschen Emissionen von knapp 800 Millionen Tonnen. Birol lobte gleichwohl die chinesischen Anstrengungen für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz. Um eine Einheit des Bruttoinlandsproduktes zu erzeugen, würden heute 15 Prozent weniger CO2 emittiert als dies 2005 der Fall gewesen sei. Ohne diese Fortschritte wären die chinesischen Emissionen 2011 mit 1,5 Gigatonnen mehr als doppelt so hoch ausgefallen.

Der Trend der vergangenen Jahre hielt 2011 an, wonach in den Industrieländern die Emissionen leicht sanken, die in den Schwellenländern aber stark zunahmen. Die Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit reduzierten ihre Emissionen um 0,6 Prozent, während die Schwellenländer ihre um 6,1 Prozent ausweiteten. In Indien klettern sie demnach um 8,7 Prozent oder 140 Millionen Tonnen, womit das Entwicklungsland Russland überholte. Es belegt nun den Platz als viertgrößter CO2-Emittent, hinter China, Amerika und der EU. Nimmt man als Maßstab für den CO2-Ausstoß nicht die Ländergrenzen sondern die Zahl der Einwohner, dann kommt China allerdings nur auf zwei Drittel und Indien nur auf ein Siebtel des der durchschnittlichen OECD-CO2-Emissionen.

In Amerika sanken die Emissionen um 92 Millionen Tonnen (1,7 Prozent). Grund sei neben der warmen Witterung der wachsende Gasverbrauch gewesen. Neu entdecktes heimisches Schiefergas habe CO2-haltigerer Energiequellen wie Kohle verdrängt. Als Grund für den Emissionsrückgang um 1,9 Prozent oder 69 Millionen Tonnen in der EU macht die IEA das warme Winterwetter und die wirtschaftliche Krise aus. In Japan hätten die Emissionen um 28 Millionen Tonne oder 2,4 Prozent zugenommen, weil die nach der Katastrophe von Fukushima abgeschalteten Atomkraftwerke durch fossile Kraftwerke ersetzt worden seien.

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